Was ist eigentlich die "Badische Landesbühne"?

Darstellende Kunst als Grundrecht Landesbühnen bespielen, neben ihren eigenen Bühnen am Standort, Städte und Gemeinden, die nicht über ein eigenes Theater verfügen. Sie fahren mit dem kompletten Equipment und den Schauspielern zu den jeweiligen Orten. Die Landesbühnen gewährleisten mit anspruchsvollen Theatervorstellungen und Konzerten ein dezentrales Kulturangebot und spielen jährlich rund 400 Aufführungen von Klassikern in moderner Interpretation, zeitgenössische Dramatik und musikalische Abende. Ein Höhepunkt sind die jährlich im Sommer stattfindenden Freilichtaufführungen. ...zur Badischen Landesbühne

Oktober 2022

Bertolt Brecht

Herr Puntila und sein Knecht Matti

Inszenierung Carsten Ramm • Musikalische Leitung Oliver Taupp • Bühnenbild Tilo Schwarz • Kostüme Kerstin Oelker

Samstag, 1. Oktober 2022 um 19.30 Uhr 

Einführung in das Stück um 19.00 Uhr 

Nüchtern ist der Gutsbesitzer Puntila ein eiskalter Kapitalist. Rücksichtslos beutet er seine Angestellten aus. Selbst die Verlobung seiner Tochter Eva mit dem Aristokraten Eino arrangiert er mit Kalkül. Doch mit steigendem Alkoholpegel wandelt sich der Tyrann zum Wohltäter.

Als großzügiger Lebemann stößt er mit seinen Untergebenen auf die von ihm ersehnte Freundschaft an und schenkt Fremden Arbeit. Mit gelockerter Zunge gesteht er seinem Chauffeur Matti, dass ihm der Attaché als Schwiegersohn zuwider ist. Stattdessen soll er der Auserwählte sein. Eva ist begeistert. Doch Matti hat die Kluft zwischen den sozialen Klassen stets vor Augen. Er glaubt nicht an deren Überwindung und hat die unberechenbaren Launen Puntilas satt.

Ist eine Freundschaft oder gar eine Beziehung zwischen Herrschenden und Untergebenen stets ein Fass mit doppeltem Boden? Wir zeigen Brechts Gesellschaftskritik als berauschende Komödie mit Live-Musik.

Bertolt Brecht

Bertolt Brecht (1898-1956) schrieb Herr Puntila und sein Knecht Matti ab 1940 im Exil in Finnland. Als Vorlage diente ihm das Stück Die Sägemehlprinzessin seiner Gastgeberin Hella Wuolijoki. Die Komödie, die 1948 ihre Uraufführung hatte, wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt und zählt bis heute zu den meistgespielten Stücken Brechts.

November 2022

Teresa Dopler

Das weiße Dorf

Inszenierung Petra Jenni • Ausstattung Georg Burger • Video Marco Kreuzer

Samstag, 5. November 2022 um 19.30 Uhr 

Ruth und Jean waren mal ein Paar – aus Karrieregründen haben sie sich getrennt. An Deck eines Kreuzfahrtschiffes begegnen sie sich per Zufall wieder. Das Wiedersehen raubt ihnen kurz den Atem, doch schnell fassen sie sich wieder. Täglich treffen sie sich an der Reling, schauen auf die vorbeiziehende Landschaft, checken sich ab und plaudern über ihre beruflichen Erfolge, Lebensentwürfe und aktuellen Partnerschaften.

Die Luft zwischen ihnen flirrt. Sie scherzen, flirten und bestätigen sich darin, dass es nichts zu bedeuten habe, sie seien ja beide „Menschen, die nichts so schnell aus der Bahn“ werfe. Nach und nach bekommt die glatte Oberfläche der beiden dauerzufriedenen Selbstoptimierer Risse und eine nie verheilte Wunde klafft jäh auf.

Das weiße Dorf ist ein komisch-trauriges Porträt zweier Menschen, welche die Gebote des Turbokapitalismus so sehr verinnerlicht haben, dass sie ihre Gefühle auf dem Altar der Vernunft opfern.

Teresa Dopler

Teresa Dopler wurde 1990 in Linz geboren. Sie studierte Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst sowie Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien. Für ihre Theaterstücke erhielt sie zahlreiche Literaturstipendien, darunter das Dramatikerinnen-Stipendium der Literar-Mechana und das Literaturstipendium der Stadt Linz. Für Das weiße Dorf bekam Dopler den Autor*innenpreis des Heidelberger Stückemarktes 2019.

Dezember 2022

Wolfgang Kohlhaase/Rita Zimmer

Fisch zu Viert

Inszenierung Arne Retzlaff • Ausstattung Georg Burger

Samstag, 10. Dezember um 19.30 Uhr

Seit Jahren arbeitet Diener Rudolf im Haushalt von drei wohlhabenden Schwestern. Stets kümmert er sich um all ihre Wünsche – nicht nur beim Einkaufen oder Kochen. Mit jeder von ihnen hat er bereits zärtliche Stunden verbracht, natürlich ohne das Wissen der jeweils anderen.

Nun aber hat Rudolf genug! Statt seinen Lebensabend als buckelnder Diener zu verbringen, will er eine Weltreise machen. Doch dafür braucht er Geld! Wie gut, dass jede der Schwestern ihm einst in intimer Zweisamkeit zugesagt hat, ihn mit einer größeren Summe in ihrem Testament zu bedenken. Nacheinander bittet er die Frauen, ihn auszubezahlen. Keine will sich jedoch an solch eine Vereinbarung erinnern. Als Rudolf damit droht, delikate Geheimnisse aufzudecken, sind sich die Schwestern einig: Der Diener muss schnellstens um die Ecke gebracht werden! Aber wie? Dann serviert Rudolf ein ganz besonderes Menü ... 

Fisch zu viert ist eine der erfolgreichsten Kriminalkomödien. Hohes Tempo, Sprachwitz und schwarzer Humor versprechen einen schaurig-schönen Theaterabend.

Wolfgang Kohlhaase

Wolfgang Kohlhaase, 1931 in Berlin geboren, ist einer der renommiertesten deutschen Drehbuchautoren. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges arbeitete er zunächst als Zeitungsredakteur und Dramaturgie-Assistent bei der DEFA. Seit 1952 ist er als freischaffender Drehbuchautor und Schriftsteller tätig. 2011 wurde er mit dem Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises ausgezeichnet.

Rita Zimmer

Rita Zimmer wurde 1937 in Berlin geboren. Sie studierte zunächst Malerei und arbeitete später als Kostümbildnerin für Film und Ballett. Neben Fisch zu viert schrieb sie eine Reihe von weiteren erfolgreichen Hörspielen.

Februar 2023

Egon Monk

Industrielandschaft mit Einzelhändlern

Inszenierung Carsten Ramm • Bühnenbild Tilo Schwarz • Kostüme Kerstin Oelker

Samstag, 11. Februar um 19.30 Uhr

Aus organisatorischen Gründen muss die Badische Landesbühne den Spielplan für die laufende Saison verändern: Statt der geplanten Revue „Wir sind ja sooo zufrieden“ wird es am Samstag, 11. Februar 2023, um 19.30 Uhr, in der Otto-Klenert-Schule in Bad Friedrichshall das Schauspiel „Industrielandschaft mit Einzelhändlern“ von Egon Monk geben. Auf der Basis eines von Monk selbst gedrehten Fernsehspiels wird Intendant Carsten Ramm eine neue Bühnenfassung inszenieren.

Monk schildert darin den Überlebenskampf eines Selbständigen, der an seinem Glauben an den Kapitalismus gnadenlos scheitert. In Zeiten von Globalisierung, Wirtschaftskrise, Online-Riesen und der Misere der Selbständigen ist „Industrielandschaft mit Einzelhändlern“ heute aktueller denn je.

Kann ein kleiner Selbständiger auf dem freien Markt bestehen? Für den namenlosen Drogisten aus Monks Fernsehspiel ist das keine Frage. Er glaubt felsenfest an die Heilsversprechen des Neoliberalismus und des sich (angeblich) selbstregulierenden Marktes. Nachdem er aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war, eröffnete er in Hamburg einen eigenen Laden. Er profitierte zwanzig Jahre vom Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit. Doch nun stagniert das Geschäft und für ihn ist klar: Er hat nicht hart genug gearbeitet! Da er die Prinzipien des Kapitalismus ganz und gar verinnerlicht hat, versteht er die wahren Gründe seines Scheiterns nicht. Den aufkommenden Zweifel am System verwirft er. Er beschließt, in der modernen Industrielandschaft als Humus tätig zu sein. Als Angestellter eines Shopping-Centers findet er seine neue Bestimmung: „Als kleines Rädchen fühlt er sich, bestimmt, in größere zu greifen.“

Egon Monk

Geboren 1927, war deutscher Schauspieler, Theater- und Filmregisseur, Dramaturg und Autor. Ab 1949 war er Mitglied des Berliner Ensembles, wo er Bertolt Brecht assistierte und selbst inszenierte. 1953 verließ Monk die DDR. Nach freier Tätigkeit kam er zum NDR, wo er u. a. die Fernsehspielabteilung leitete. Für sein Schaffen wurde er mehrfach ausgezeichnet, allein dreimal mit dem Adolf-Grimme-Preis.

April 2023

Claude Chabrol/Odile Barski

Masken

Inszenierung Carsten Ramm • Bühnenbild Tilo Schwarz • Kostüme Kerstin Oelker • Maskenbau Judith Mähler

Samstag, 1. April um 19.30 Uhr

Der Showmaster Christian Legagneur trieft vor Güte, Herzlichkeit und Nächstenliebe. In seiner populären Fernsehsendung betreibt er ein vorgeblich menschenfreundliches Spiel mit den Sehnsüchten seiner Studiogäste. Nun will der Journalist Roland Wolf eine Biografie über den Publikumsliebling schreiben. Zur Recherche lädt Legagneur Roland auf seinen Landsitz ein. Nach und nach beginnt die Hochglanzfassade der berühmten TV-Persönlichkeit zu bröckeln.

Aber auch Roland führt ein Doppelleben. Denn in Wahrheit ist sein Name nicht Wolf, sondern Chevalier – und er will das plötzliche Verschwinden seiner Schwester aufklären, die sich zuletzt im Haus des Moderators aufgehalten hatte. Auf ihren Spuren gerät er immer tiefer in einen Strudel dunkler Machenschaften.

Im Film Masken vereint der „französische Hitchcock“ Claude Chabrol Thriller und Lustspiel zu einem medienkritischen Pamphlet gegen die leeren Glücksversprechen des Fernsehens. Wir zeigen das Drehbuch als packendes Theatererlebnis.

Claude Chabrol

Dem Filmregisseur und Drehbuchautor Claude Chabrol (1930-2010) gelang 1959, mit gerade einmal 29 Jahren, der internationale Durchbruch. Er führte bei mehr als 60 Filmen Regie, erhielt viele bedeutende Auszeichnungen und gilt als Wegbereiter der Nouvelle Vague.

Odile Barski

Die Schriftstellerin Odile Barski wurde 1946 in Paris geboren und schreibt neben Thrillern und Romanen auch für Film und Fernsehen. Als Drehbuchautorin wirkte sie an über 150 Filmen mit. Mit Chabrol verband sie eine häufige Zusammenarbeit, die bis zu seinem Tod andauerte.

Mai 2023

Heiner Müller

Quartett

Inszenierung Alexander Schilling • Ausstattung Katharina Andes

Samstag, 13. Mai um 19.30 Uhr

In seinem Stück Quartett lässt Heiner Müller die Protagonisten aus Laclos’ Skandalroman Gefährliche Liebschaften nochmals aufeinandertreffen. Marquise de Merteuil und ihr Ex-Liebhaber Vicomte de Valmont liefern sich einen erbarmungslosen Zweikampf zwischen Mann und Frau. Der dekadenten Welt einer dem Untergang geweihten Aristokratie entsprungen, rühmen sie sich einer radikal amoralischen Vernunft.

In einer vollkommen aufgeklärten und durchrationalisierten Gesellschaft ist kein Platz für romantische Gefühle – und so bleibt nur übrig, den Menschen auf seinen Körper und dessen Funktionen zu reduzieren. Das körperliche Verlangen zwischen Merteuil und Valmont weicht zunehmend der Idee, die Liebe in der intensivsten Form, nämlich der der Fiktion, zu erleben.

In einem sprachlichen Duell von bisweilen boulevardeskem Humor durchspielen die beiden grausame sexuelle Intrigen. Liebe zeigt sich dabei als brutales Spiel um Gewalt und Macht und ist darin Abbild einer auf Herrschaft, Ausbeutung und Materialismus gegründeten Gesellschaft.

Heiner Müller

Heiner Müller (1929-1995) war Lyriker, Dramatiker, Dramaturg, Regisseur, Übersetzer und zuletzt Intendant des Berliner Ensembles. Als scharfsinniger, witziger und visionärer Kopf regte er stets zum Denken, oft auch zum Widerspruch an. Quartett gehört zu Müllers meistgespielten Stücken.

Juli 2023

Astrid Lindgren

Ronja Räubertochter

Inszenierung Renat Safiullin • Ausstattung Stefan Wiel

Kindertheater Sonntag, 2. Juli um 17.00 Uhr

Ronja ist ein richtiges Räubermädchen: klug, wild und unabhängig. In Birk hat sie einen Freund gefunden, doch ihre Eltern sind in einen Bandenstreit verstrickt und gegen die Freundschaft. Die beiden Räuberkinder reißen aus. Nach und nach überwinden die Eltern ihre Vorurteile. Ronja Räubertochter ist ein Aufruf zum respektvollen Umgang miteinander und mit der Welt. Ein Sommerstück für die ganze Familie.

Astrid Lindgren

Die Schwedin Astrid Lindgren (1907-2002) zählt zu den bekanntesten Kinder- und Jugendbuchautorinnen. Sie ist Schöpferin zahlloser Kinderwelten, die von starken Heldinnen und Helden bewohnt werden. Mit Ronja Räubertochter schrieb sie 1981 ihren letzten Roman.

Ab 6 Jahren/1. Klasse

Johann Wolfgang Goethe

Reineke Fuchs

Inszenierung Arne Retzlaff • Ausstattung Stefan Wiel

Sonntag, 2. Juli um 19.30 Uhr

Reineke Fuchs ist ein brillanter Betrüger, ein Meister der Verstellung, ein Erfinder glänzender Lügengeschichten und einer der charismatischsten Schelme der Weltliteratur. Er hat die Doppelmoral von Kirche und Politik durchschaut. Unter dem Deckmantel von Recht und Gerechtigkeit herrscht im Staat von Löwe Nobel das gnadenlose Gesetz von „fressen oder gefressen werden“.

Also spielt auch Reineke sein Spiel und sorgt so für Unruhe beim Hoftag. Gewaltig sind die Anklagen, welche die Tiere gegen ihn vorzubringen haben: Diebstahl, Raub, Vergewaltigung und Mord! Reineke zündet ein rhetorisches Feuerwerk und redet sich um Kopf und Kragen. Auch diese Geschichten entpuppen sich als Lügen – es kommt zum Showdown. Aber Reineke Fuchs wäre nicht der, der er ist, wenn er am Ende nicht doch über alle triumphieren würde. 

Wir bringen Goethes bitterböses und zugleich komisches Tierepos als opulentes Sommertheater auf die Freilichtbühne. Die Machtstrukturen, die darin lustvoll entlarvt werden, haben durchaus Parallelen zur Gegenwart.

Johann Wolfgang Goethe

Dem Dichterfürst Goethe (1749-1832) war die Tierfabel, die sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen lässt, seit Kindertagen vertraut. Als die Französische Revolution um 1792/1793 auf ihre blutigste Phase zusteuerte, bearbeitete er den Stoff neu und brachte darin seine Enttäuschung und Wut über den Gang der Welt und die Nichtsnutze in der hohen Politik zum Ausdruck.

Preise

Abonnements regulär ermäßigt Schüler


Großes Abo 1. Platz

(bis Reihe 8)

70,00 €    55,00 €  

Großes Abo 2. Platz

(ab Reihe 9)

65,00 €    50,00 €  

Quartett

(vier übertragbare Karten gültig für alle Produktionen

und bester verfügbarer Platzkategorie)

44,00 €    

Sextett

(sechs übertragbare Karten gültig für alle Produktionen

und bester verfügbarer Platzkategorie)

60,00 €    

Das junge Abo

(drei Stücke zur freien Auswahl für Schülerinnen

und Schüler)

 

    17,00 €
Einzelkarten regulär ermäßigt Schüler
1. Platz 13,00 €          9,00 €  
2. Platz 12,00  €       8,00 €  
Kinder-/ Jugendtheater  - junge BLB                                             7,00 €  

    5,00 €

Schülervorstellung         4,00 €
       

Ermäßigung erhalten Schülerinnen und Schüler, Studierende, Auszubildende, Wehr- und Ersatzdienstleistende, Helferinnen und Helfer im Freiwilligen Sozialen Jahr, ALG II-Empfänger und Schwerbehinderte gegen Vorlage eines entsprechenden Ausweises.

Theaterzeitung

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T 07136/832-106
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Das Freiluftstück im Juli findet im Innenhof auf Schloss Heuchlingen statt.

Karten- und Abopreise

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