Aufgrund von Bauarbeiten der Deutschen Bahn ist der Salzwanderweg gesperrt. Die Sperrung geht mindestens bis Oktober 2026.

Kinder entdecken die Welt des Salzes

Begleitet unsere Kinderstadtführerin Heike Pfitzenmaier auf dem Salzwanderweg. Ihr begebt Euch auf die Spuren des Salzes und auf die Spuren der Geschichte der Stadt Bad Friedrichshall. 

Der Salzwanderweg begibt sich auf die Spuren des Salzes und führt weit zurück in die Stadtgeschichte der Stadt Bad Friedrichshall. König Friedrich von Württemberg ließ im frühen 19. Jahrhundert nach Salz bohren und wurde so zum Namenspatron der Stadt. Der Salzwanderweg führt durch die Geschichte der Salzgewinnung und des Salzabbaus, die Orte dieser Geschichte erleben Familien kindgerecht bei diesem Spaziergang.

Scannen Sie an den einzelnen Stationen die QR-Codes und erfahren Sie viel über Salz und unsere Salzgeschichte. Sie werden dabei auf YouTube weitergeleitet, wo die Filme hochgeladen sind. 

Mögt Ihr ein Stadtdetektiv sein?

Was den Spaziergang spannend macht, ist, dass Ihr als Stadtdetektive unterwegs seid. Ihr lernt viel Interessantes über das Thema Salz und über die Stadtgeschichte Eurer Salzstadt Bad Friedrichshall. 

Wir stellen zu jeder Station Fragen, die Ihr beantworten könnt, wenn Ihr dazu Lust habt. Wenn Ihr uns die Antworten schickt, bekommt Ihr ein kleines salziges Geschenk von uns zugeschickt.

Wie Ihr uns die Anworten zukommen lassen könnt:

  • Ihr könnt den Fragebogen ausdrucken und direkt ausfüllen und in unseren Briefkasten vor dem Rathaus werfen,
  • oder die Antworten auf ein extra Blatt Papier schreiben und uns in den Briefkasten vor dem Rathaus werfen.
  • Ihr könnt den Fragebogen auch zu den Öffnungszeiten im Rathaus beim Stadtmarketing abholen. 
  • Nutzt Ihr einen Briefumschlag, dann schreibt "Salzi" drauf. 
  • Oder die Antworten in einer E-Mail schreiben und an stadtmarketing(at)friedrichshall.de schicken.

Das könnt Ihr machen wie Ihr wollt. Vergesst nur nicht, Euren Namen und Eure Adresse anzugeben. 

Was Ihr dazu braucht

Wandern mit Kindern ist wie ein Abenteuer – wenn man es plant und vorbereitet, deshalb geben wir hier ein paar Anregungen. 

Wir wünschen Euch eine interessante Tour.

Dazu braucht Ihr: 

  • Zugang zu YouTube,
  • ein internetfähiges Smartphone, um die QR-Codes auf dem Salzwanderweg abzuscannen und die Filme anzuschauen,
  • druckt Euch den Fragebogen Zuhause aus und füllt ihn während Eurer Wanderung direkt aus. Oder habt die Fragen auf dem Handy parat und schreibt die Antworten auf ein extra Blatt,
  • einen Stift, um die Fragen zu beantworten,
  • eine Schnur und einen Meterstab, um nach Station 3 etwas auszumessen,
  • Salzstangen und Salzbrezeln wenn Ihr möchtet. Die könnt Ihr unterwegs essen und an Station 7 ein kleines Spiel machen. Wenn Ihr keine Zuhause habt, könnt Ihr das Spiel auch später nachholen. 

Fragen zum Salzwanderweg

Wenn Ihr Lust habt, könnt Ihr die Fragen beantworten, müsst Ihr aber nicht. Ihr könnt sie auch einfach nur für Euch beantworten. Wenn Ihr aber Lust habt, uns die Antworten zukommen zu lassen, freuen wir uns und schicken Euch ein kleines Geschenk zu. 

Klickt auf diesen Link, um den Fragebogen zu öffnen. 

Die Salzwerkstatt: 

Wenn Ihr noch viel mehr zum Thema Salz erfahren möchtet, gibt es ein tolles Workbook des VKS – Verband der Kali- und Salzindustrie e.V.: Die Salzwerkstatt - Das Workbook zum Lesen und Lernen für den Unterricht. Dies könnt Ihr kostenlos runterladen und ausdrucken. Oder Ihr könnt direkt unter https://www.die-salzwerkstatt.de/ interaktiv am Bildschirm arbeiten. 

Tourbeschreibung

Start / Endpunkt

Rathaus Bad Friedrichshall

Parkmöglichkeiten

Rathausparkplatz, Parkplatz Glück-Auf-Halle

Fahrradparken am Rathaus Haupt- oder Nebeneingang

Tourenlänge

kurze Strecke (5b) 4 km

11 Stationen an 10 Standorten 

Gehzeit

kurze Strecke (5b) 2 Stunden

Schwierigkeitsgrad leicht
Wegcharakteristik asphaltierte Wege, befestigte Waldwege
Beschilderung

durchgängig, 11 Informationstafeln zur Bad Friedrichshaller Salzgeschichte

Standort 1 - Begrüßung und Salinenkanal

Film: 

Begrüßung https://youtu.be/gUh28n5gp9Y?si=KwCPBV4ud7riBHG3 
Station 1 - Salinenkanal https://youtu.be/WeqRVbryLGk?si=rQACfwkVqMAxMrI8 
Standort des Schildes Vom Rathaus Richtung Glück-Auf-Halle gehen, über die kleine Salinenbrücke laufen und gleich rechts ist der Startpunkt. 

Die im Jahr 1817 errichtete Saline* Friedrichshall benötigte eine Antriebskraft für die Solepumpen** sowie auch einen günstigen Transportweg für das Holz zum Beheizen der Siedepfannen***. Dafür wurde ab dem 12. Juni 1819 der Salinenkanal nach Plänen von Oberwasserbaudirektor Karl August Friedrich Duttenhofer gebaut. Bis zu 110 durch Militär bewachte Sträflinge aus der Strafanstalt Ludwigsburg verrichteten die Arbeiten. Der 3,7 Kilometer lange Kanal war 1825 fertiggestellt. Sein Gefälle beträgt 1,9 Meter, seine Wasserkraft erbringt 150 PS. Unterhalb von Hagenbach wurde ein Wehr errichtet, um den Kanal mit Wasser zu versorgen.

*  Eine Saline ist ein technischer Betrieb oder eine Anlage zur Gewinnung von Speisesalz.
** Solepumpen waren im vorindustriellen und frühneuzeitlichen Salinenwesen wichtig, um salzhaltiges Wasser aus der Tiefe zu fördern oder über weite Strecken zu leiten.
*** Siedepfannen sind große, flache Becken, die in Salinen zum Eindampfen von salzhaltigem Wasser (Sole) verwendet wurden.
Der Verlauf des Salinenkanals von Hagenbach bis zur Einmündung in den Neckar. Das Bild stammt aus 1844
Der Verlauf des Salinenkanals von Hagenbach bis zur Einmündung in den Neckar (Karte von dem Königreich Württemberg nach der neuen Landesvermessung im 50000 Maßstab von dem Königlichen Statistisch topographischen Bureau 1844, Bl. 35, Ausschnitt)

Standort 2 - Eisenbahnbrücke

Film:

Station 2 - Eisenbahnbrücke https://youtu.be/itfF2N7vcIE?si=6D-QHq7h1C9Sxczd 
Standort des Schildes Von Station 1 den Salinenkanal entlang laufen 

Die 11,2 Kilometer lange Eisenbahnlinie Heilbronn-Jagstfeld wurde im September 1866 eröffnet. Zur Überquerung von Kocher und Salinenkanal war der Bau von zwei Eisenbahnbrücken notwendig geworden.

Gleichzeitig mit dem Bau des Kochendorfer Salzbergwerks (1896 bis 1899) wurde eine werkseigene Schmalspurbahn zum Transport des Salzes vom Werk Kochendorf zur Salzmühle in der Saline Jagstfeld mit eigener, parallel zur Eisenbahnbrücke stehender Brücke errichtet.

Kurz vor Kriegsende am 24. März 1945 griffen 41 amerikanische Mittelstreckenbomber des Typs Martin B 26 Marauder die Eisenbahnbrücke an und warfen dabei 325 5-Zentner-Sprengbomben ab. Während die Salzbahnbrücke einen Totalschaden erlitt, trug die Eisenbahnbrücke nur leichte Schäden davon. Sie wurde nur kurze Zeit später von deutschen Truppen gesprengt, als sich die US-Armee annäherte. 

Das Salzbähnle beim Verlassen des Bergwerks
Das Salzbähnle beim Verlassen des Bergwerks (Foto: Kreisbildstelle Heilbronn)
Bau der Salzbahnbrücke
Bau der Salzbahnbrücke (Foto: August Bohnert)

Standort 3 - Holzgarten

Film:

Station 3 - Holzgarten https://youtu.be/vc75i5kDZK4?si=Fwo-sL1nKXw_5BEe 
Kurz nach Station 3 - Bäume der Allee https://youtu.be/8Yx_teE_WkA?si=Z9cjV1i_8GkME07b 
Standort des Schildes Von der Eisenbahnbrücke der Beschilderung folgen, über die Straße und weiter dem Salinenkanal folgen

Um bei der Salzversorgung vom Ausland unabhängiger zu werden, galt das Augenmerk König Friedrichs von Württemberg fundverdächtigen Stellen in seinem Land. Auf Empfehlung von Bergrat Hermann Bilfinger begann am 17. August 1812 das Bohrgeschäft auf den Jagstfelder Steinäckern. Bei 140,7 Meter wurde das Soleflöz* erreicht. Ab Februar 1816 konnte man volllötige Sole** fördern. Die Bohrung wurde im August 1816 in 149,9 Meter Tiefe eingestellt. Eine Mächtigkeit von mindestens 12,66 Meter Steinsalz war nachgewiesen, womit man erstmals in Mitteleuropa ein unversehrtes Steinsalzflöz* angebohrt hatte. Das Fundbohrloch Nummer 1 befand sich neben dem heutigen E-Werk.

Zur Salzgewinnung betrieb die Saline Friedrichshall bis zu 12 Siedepfannen, für deren Beheizung viel Brennholz benötigt wurde. Das Holz stammte aus den Staatswaldungen der Forstämter Neuenstadt und Bietigheim. Es wurde teils auf dem Kocher, teils auf dem Neckar beigeflößt***. Ab 1829 kamen die Flöße aus den Limpurger Waldungen. Endstation für die Flöße war der Fangrechen bei Hagenbach, wo sie aufgebunden wurden. Die Einzelstämme schwammen sodann im Salinenkanal bis zum Fangrechen**** am Holzgarten. Bis 1855 waren alle Herde auf Steinkohlenfeuerung umgestellt worden.

* Ein Soleflöz ist eine unterirdische Schicht aus Steinsalz. Durch eindringendes Wasser entsteht daraus salzhaltige, flüssige Sole, die abgepumpt werden kann.

** Der Begriff volllötige Sole beschreibt in der Salzgewinnung eine stark konzentrierte, nahezu gesättigte Salzlösung aus dem Untergrund.
*** Baumstämme auf einem Fluss schwimmend transportieren.
**** Ein Fangrechen ist eine massiv gebaute Vorrichtung, die Treibgut oder Baumstämme zurückhält bzw. einfängt
***** In der Bildunterschrift: Gesottenes Salz ist ein historischer Begriff für Siedesalz oder Kochsalz, das durch das Sieden (Einkochen und Verdampfen) in einer Saline gewonnen wurde.
Einfüllen des in den Siedepfannen gesottenen Salzes in die Hunte
Einfüllen des in den Siedepfannen gesottenen***** Salzes in die ‚Hunte‘ (Foto: August Bohnert)

Standort 4 - Kraftwerk / Salzmühle

Film:

Standort 4 - Kraftwerk / Salzmühle https://youtu.be/y4JHaELZWaA?si=DF3698aB7nYX5Pyz 
Standort des Schildes Von Station 3 dem Salinenkanal folgen 

Neben dem heute noch betriebenen kleinen Wasserkraftwerk stand die Salzmühle* der Saline Friedrichshall.

Nach erfolgreicher Probebohrung ließ König Wilhelm I. von Württemberg 1817 die Saline auf Jagstfelder Markung errichten. Der erste Sud** wurde am 14. Januar 1818 angebrannt.  

Im April 1817 versuchte man 30 Meter vom Fundbohrloch entfernt einen Schacht für die bergmännische Förderung von Steinsalz*** abzuteufen****. Wegen zu starkem Wassereinbruch musste dieses Vorhaben jedoch bei einer Schachttiefe von 63 Meter aufgegeben werden. 

Am 3. April 1820 besichtigte König Wilhelm I. die Salinenanlagen und genehmigte den weiteren Ausbau. In Gedenken an seinen Vater gab er der Saline den Namen „Friedrichshall“. Die Salzproduktion stieg rasant: 1820 erzeugte man 17.000 Zentner Salz, im folgenden Jahr bereits 100.000 Zentner und 1822 konnte man 170.000 Zentner Salz gewinnen.  

Nach Fertigstellung des Bergwerks 1859 wurde das Steinsalz*** mit einer 1168 Meter langen Schienenbahn vom Schacht zur Salzmühle* transportiert. Den Antrieb für die beladenen Wägen besorgte anfangs das Gefälle von 8,5 Meter. Es wurden jeweils 10 Wagen zusammen gekoppelt und hinabgebremst. Die leeren Züge wurden von zwei Pferden wieder emporgezogen. Später wurden die Wagen von einer kleinen Lokomotive gezogen. Der größte Teil dieses Salzes wurde mit Schiffen abgefahren. Zur Beladung wurden die Schiffe vom Neckar mit einem Seilzug zur Verladestelle in den Salinenkanal gezogen.

* Eine Salzmühle in einer Saline ist eine maschinelle Anlage, in der das gewonnene, oft noch grobe Salz nach dem Siede- oder Trocknungsprozess zerkleinert und gemahlen wird. 
**

Der Ablauf des Suds

Die Sole: Stark salzhaltiges Wasser wird in die Saline geleitet.
Das Sudhaus: Die Sole kommt in große, flache Metallpfannen im Sudhaus.
Das Sieden: Unter den Pfannen wird Feuer gemacht. Das Wasser verdampft.
Die Kristallisation: Das reiche Salz bleibt als weißer Kristallbrei am Boden zurück.
Das Ergebnis: Das fertige Siedesalz wird herausgeschöpft und getrocknet. 

 
*** Im Gegensatz zu flüssiger Sole ist Steinsalz ist festes Salzgestein, das vor Millionen Jahren durch das Austrocknen von Urmeeren entstanden ist.
**** Der Begriff abteufen stammt aus der Bergmannssprache und bedeutet, einen Schacht, Tunnel oder ein Bohrloch senkrecht von oben nach unten in die Tiefe zu treiben.
Kanalhafen, rechts die Salzmühle
Kanalhafen, rechts die Salzmühle (Postkarte um 1930)
Gedenkschale an das erfolgreiche Niederbringen der Probebohrung 1817
Gedenkschale an das erfolgreiche Niederbringen der Probebohrung 1817 (Fotoarchiv Hans Riexinger)

Standort 5 - Prinzessinnenwäldchen

Film:

Station 5 - Prinzessinenwäldchen  https://youtu.be/GYBXeja0yv8?si=HQ37hS_3kdR5Kvmz 
Standort des Schildes Von Station 4 dem Salinenkanal folgen

Gegenüber der Saline*, am Biergarten Saline, befindet sich das sogenannte „Prinzessinnenwäldchen“. Die Herkunft dieses Namens ist unbekannt. Allerdings ist überliefert, dass die Töchter, der in den Salinengebäuden lebenden Familien, dort Prinzessinnen gespielt haben. Früher stand hier ein kleiner Pavillon und die Mädchen haben laut Überlieferung dort Prinzessinnen gespielt. Heute befindet sich unter diesem Platz ein 1936 erbauter Wehrmachtsbunker der ehemaligen Neckar-Enz-Verteidigungslinie. 

Südlich dieser Stelle wurde 1935 ein Förderband errichtet, welches das Salz von der Salzmühle** bis zum Neckar transportierte, um das Beladen der größeren Neckarschiffe zu ermöglichen. Im Wiesental sieht man noch die Fundamente dieser Anlage.

* Eine Saline ist ein technischer Betrieb oder eine Anlage zur Gewinnung von Speisesalz.
** Salzmühle in einer Saline eine maschinelle Anlage, in der das gewonnene, oft noch grobe Salz nach dem Siede- oder Trocknungsprozess zerkleinert und gemahlen wurde. 
Der Pavillon zwischen Neckar und Salinengebäuden von 1830
Der Pavillon zwischen Neckar und Salinengebäuden (Lithographie der Heilbronner Gebrüder Wolff 1830)
Salzförderband zwischen Salzmühle und Neckar
Salzförderband zwischen Salzmühle und Neckar (Fotoarchiv Hans Riexinger)

Standort 6 - Mündung Salinenkanal

Film:

Standort 6 - Mündung Salinenkanal  https://youtu.be/oJdC1F80EY4?si=0j_fTweIo98U63rr 
Standort des Schildes Vom Prinzessinenwäldchen gerade aus weiterlaufen, nicht über die alte Brücke Richtung Biergarten

Kurz vor der im Jahr 1869 in Betrieb genommenen Eisenbahnbrücke nach Bad Wimpfen mündet der 3,7 Kilometer lange Salinenkanal in den Neckar. 

Auf der östlichen Seite des Kanals befindet sich das Kindersolbad „Bethesda“, welches der Ludwigsburger Arzt und Pädagoge August Hermann Werner 1861 gründete.

Einfahrt eines Frachtkahns in den Salinenkanal um 1825
Einfahrt eines Frachtkahns in den Salinenkanal (Kreide-Lithographie um 1825 von L. Ekemann-Allesson)

Standort 7 - Saline Friedrichshall

Film:

Standort 7 - Saline Friedrichshall https://youtu.be/eWQobLy7rto?si=qSeNxrShzX8UHF6y 
Standort des Schildes Von Standort 6 der Beschilderung folgen. Das Schild findet Ihr am Gebäude der Stadtwerke hängend

Nach erfolgreichen Bohrungen nach Salz von 1812 bis 1816 konnte man ab Februar 1816 volllötige Sole* fördern. Erstmals war man in Mitteleuropa auf ein Steinsalzflöz** gestoßen. 1817 wurde die Saline*** errichtet und in den folgenden Jahren immer weiter ausgebaut. König Wilhelm I. hatte im Jahr 1820 den Bau genehmigt und ihn in Gedenken an seinen Vater den Namen „Friedrichshall“ gegeben.

Nach vielen erfolgreichen Jahren wurde im März 1969 die Saline Friedrichshall stillgelegt. Zahlreiche Gebäude wurden in der Zwischenzeit abgebrochen. Ihre Funktion übernahm eine moderne Schmelzanlage (Vakuum Raffinade)**** zur Herstellung von Kochsalz beim Kochendorfer Bergwerk.

* Als volllötige Sole bezeichnet man in der Salinengeschichte eine vollständig mit Salz gesättigte Salzlösung (ca. 27 % Salzgehalt bzw. rund 320 Gramm Salz pro Liter Wasser)
** Ein Steinsalzflöz ist eine unterirdische Schicht aus Steinsalz.
*** Eine Saline ist ein technischer Betrieb oder eine Anlage zur Gewinnung von Speisesalz.
**** Eine Vakuum-Raffinade-Anlage ist eine industrielle Anlage zur hochreinen Kochsalzgewinnung. Dabei wird gereinigte Salzsole eingekocht, wodurch das Wasser bei niedrigeren Temperaturen siedet und reine, feine Salzkristalle entstehen
Das Luftbild der Firma AERO-Express zeigt das Salinengelände im August 1957
Das Luftbild der Firma AERO-Express - Luftbildvertrieb W. Schlund in Mühldorf am Inn zeigt das Salinengelände im August 1957 (Stadtarchiv Bad Friedrichshall)
Das Luftbild der Firma AERO-Express zeigt das Salinengelände im August 1957

Standort 8 - Bahnhof Jagstfeld, heute Hauptbahnhof Bad Friedrichshall

Film:

Standort 8 - Bahnhof Jagstfeld heute Hauptbahnhof Bad Friedrichshall  https://youtu.be/EafAQpnom7A?si=U_gffaJX01csSm2h 
Standort des Schildes von der Rückseite des Hauptbahnhofes durch die Unterführung ganz vor laufen. Das Schild hängt vor dem Treppenaufgang

1866 wurde die Eisenbahnstrecke Heilbronn – Jagstfeld in Betrieb genommen. Ihre Weiterführung über das badische Osterburken ins bayerische Würzburg bedurfte drei weiterer Jahre Verhandlungszeit zwischen den beteiligten Staatsregierungen sowie Bauzeit. Kurz vor ihrer Vollendung im gleichen Jahr, 1869, war auch die Strecke Heidelberg – Meckesheim – Sinsheim mit dem an der Grenze zwischen Württemberg und Baden liegenden Jagstfeld verbunden worden. 

Das Bahnhofsgebäude von Jagstfeld wurde 1866 eingeweiht. Das Gebäude lag zwischen den Gleisanlagen (Inselbahnhof) und konnte von der Poststraße erreicht werden. Als Grenzbahnhof war das Verwaltungsgebäude geteilt: auf der Ostseite befand sich die königlich württembergische und auf der Westseite die großherzoglich badische Verwaltung. In der Anfangszeit mussten auf dem Jagstfelder Bahnhof sogar die Lokomotiven der grenzüberfahrenden Züge ausgewechselt werden. 

Im März 1945 wurde das Gebäude durch Fliegerangriff völlig zerstört. Das neue Bahnhofgebäude auf der Ostseite wurde am 26. Juli 1955 eingeweiht. Heute ist der Jagstfelder Bahnhof der Bad Friedrichshaller Hauptbahnhof.

Der Jagstfelder Bahnhof im Jahr 1909
Der Jagstfelder Bahnhof im Jahr 1909 (Stadtarchiv Bad Friedrichshall)

Standort 9 - Alter Schacht und Schachtsee

Film:

Standort 9 - Alter Schacht und Schachtsee  https://youtu.be/AQWle3k2F3w?si=S44DcC7cB84v4pYo 
Standort des Schildes Vom Bahnhof kommend, durch die Unterführung Richtung Schachtsee. Das Schild steht am Spielplatz

Am 2. Januar 1854 begann man unter Leitung von Bergrat Friedrich von Alberti mit dem Abteufen* eines runden Schachtes mit einem Durchmesser von 6,9 Meter, um nach dem missglückten Versuch von 1817 nochmals das unter der Erdoberfläche ruhende Steinsalzlager** zu erschließen.  

Am 14. März 1859 fuhr man in 152,3 Meter Tiefe das Salzlager** an. Es hatte eine Mächtigkeit von 13,5 Meter. Das Werk war gelungen, das Königreich Württemberg besaß nun eine zweite Steinsalzgrube.  

Durch den Bruch einiger Pfeiler im alten Abbaufeld erfolgte am 15. September 1895 ein starker Wassereinbruch, das Bergwerk soff ab. Die wertvollen Maschinen konnten noch gerettet werden. Menschen kamen bei dem Unglück nicht zu Schaden, da es ein Sonnag war und niemand arbeitete. Über dem eingebrochenen Abbaufeld entstand eine Senkung des Geländes. Später wurde hier der Schachtsee angelegt.

* Der Begriff abteufen stammt aus der Bergmannssprache und bedeutet, einen Schacht, Tunnel oder ein Bohrloch senkrecht von oben nach unten in die Tiefe zu treiben.
** Ein Steinsalzlager ist eine unterirdische Schicht aus Steinsalz, die vor Millionen Jahren durch das Verdunsten von Meerwasser in alten Meeresbecken entstanden ist.
Grubenbild des Bergwerks
Grubenbild des Bergwerks (Quelle: Abbildung vom Bergamt Heilbronn (aus: „Beiträge zur Geschichte der württembergischen Salinen“ von Walter Carlé, 1968) genehmigt vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau im Regierungspräsidium Freiburg (http://www.lgrb-bw.de) unter Az. 2851.3//14_5933)
Eingesunkenes Schachtgelände nach dem 15. September 1895
Eingesunkenes Schachtgelände nach dem 15. September 1895 (Foto August Bohnert)

Standort 10 - Tretrad & "Wo kommt das Salz eigentlich her?"

Filme:

Station 10 - Tretrad https://youtu.be/d098SccbuhU?si=22OL4RcItEyQlV7q 
"Wo kommt das Salz eigentlich her?"  https://youtu.be/bgjASiBZD_M?si=7k1G__s7jvnKn955 
Standort des Schildes Vom Standort 9 (Spielplatz) links um den See zur großen Wiese. Wiese hoch und rechts seht Ihr das Tretrad

Dieses mit Menschenkraft betriebene Tretrad diente beim Niederbringen einer Bohrung zum Heben und Ablassen des Bohrgestänges. Später wurde mit Hilfe des Tretrades die zusammengeschraubten Metallrohre in das Bohrloch eingelassen. Unter Verwendung einer Pumpe konnte dann die Sole gefördert werden. Bei gelegentlichen Reinigungsarbeiten wurden die Rohre ebenfalls unter Zuhilfenahme des Tretrades gehoben und dann wieder abgelassen. 

Tretrad am Schachtsee
Tretrad

Standort 11 - Bunker im Kocherwald & Abschluss des Salzwanderweges

Film:

Station 11 - Bunker im Kocherwald https://youtu.be/nLvHK6XYMdc?si=7ZtB5nQAXjUysXke 
Abschluss & Abschied https://youtu.be/ZuGYnautvZI?si=U5fgX8Cs4zHDc0iA 
Standort des Schildes Vom Tretrad den Königsweg durch den Kocherwald und der Beschilderung folgen. Rechts den Weg entlang 

Unter dem Erdwall befindet sich ein 1936 erbauter Wehrmachtsbunker der Neckar-Enz-Verteidigungslinie. In Bad Friedrichshall wurden 58 Bunker gebaut. Auf Anordnung der amerikanischen Militär-Regierung mussten die meisten Bunker nach 1945 gesprengt werden.

Gesprengter Bunker
Gesprengter Bunker (Foto: Hans Riexinger)