Jagesfelden wurde erstmals im Lorscher Codex anlässlich einer im Jahr 768 erfolgten Schenkung erwähnt und feiert somit in diesem Jahr sein 1250-jähriges Stadtjubiläum. Anlässlich diesem Jubiläum, wird es eine Veranstaltungsreihe geben, bei der ein Festabend am 27. April den Auftakt macht. Führungen in Jagstfeld, Wanderungen auf dem Salzwanderweg, ein Bilderabend mit Hoffest und Musik am 18. Juli und der Heimatabend am 27. Oktober bieten ein Jahr voller Veranstaltungen. Highlight ist dabei der ABBA-Abend mit ABBA-EXPLOSION am Schachtsee an Pfingstsonntag, 20. Mai.

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen ...

Freitag,

27. April 2018

um 19.00 Uhr

Festabend anlässlich 1250 Jahre Jagstfeld in der kath. Auferstehungskirche Jagstfeld. Anschließende Feier in der Jahnhalle mit Bildern und Musik. Auferstehungskirche und Jahnhalle, Badstraße 

Sonntag,

13. Mai 2018

um 14.00 Uhr

Lorscher Kodex & Wein

Erleben Sie die Anfänge von Jagesfelden, erklimmen Sie schwindelerregende Höhen mit einem Blick in den Wendelinusturm und besichtigen Sie die Ausstellung "Lorscher Kodex". Danach gibt es eine Verköstigung der Jubiläumsweine im Weingut Politschek.

Begleiten Sie Jasmin Politschek auf dem Rundgang durch Jagstfeld und den Jagstfelder Wein.

Kosten: 10 Euro p.P.

Wendelinusturm, Wendelinusstraße 3

Pfingstsonntag,

20. Mai 2018

um 20.00 Uhr

ABBA-Abend am Schachtsee

Abba Explosion – 100 % live, explosiv, mitreißend, gefühlvoll!

ABBA-EXPLOSION setzt sich deutlich von den reinen Tribute-Bands ab. Wo andere mit Computer- und Bandeinspielungen aufwarten, setzen die Musiker von ABBA-EXPLOSION auf einen filigranen, explosiven und mitreißenden Live-Sound. Die Band überrascht das Publikum immer wieder durch Einbindungen kurzer Zitate anderer Songs der Musikgeschichte in die ABBA – Songs.

Seeäckerwiese am Schachtsee

Sonntag,

10. Juni 2018

um 14.00 Uhr

Leben am Fluss - Jagstfelder Geschichten

An einem Fluss entlang laufen, mit Blick auf romantische Häuser und Burgen, vorbeifahrenden Schiffen nachschauen und die Jagstfelder Geschichte kennenlernen. Bei dieser Führung erzählt Wolfgang Dürr Geschichten und Anekdoten zur Entstehung von Jagstfeld, zur Neckarschifffahrt, Badhotel, Kindersolbad und Saline.

Die Teilnehmer erwartet eine interessante Führung durch die Geschichte Jagstfelds.

Gästeführer: Wolfgang Dürr
Kostenlose Führung

Jahnhalle,

Badstraße 10

7. bis 9. Juli 2018Schacht-See-Fest mehr
Schachtsee

Samstag,

14. Juli 2018

bis 0.00 Uhr

Mitternachtsbaden mehr
Solefreibad

18. Juli 2018

um 20.00 Uhr

Jagstfelder Heimatabend mit Hoffest

Ein Abend voller Bilder und Musik und Moderation.

Jahnhalle,

Badstraße 10


4. und 5. August 2018
Flussgelaunt am Neckar mehr
Neckarufer in Jagstfeld

Sonntag,

23. September 2018

um 14.00 Uhr

Geführte Wanderung auf dem Salzwanderweg

Der Salzwanderweg begibt sich auf die Spuren des Salzes und führt weit zurück in die Geschichte der Stadt Bad Friedrichshall, speziell Jagstfeld. Der Weg führt durch die Geschichte der Salzgewinnung und des Salzabbaus, die Orte dieser Geschichte erleben Sie bei dieser Wanderung. mehr

Gästeführer: Wolfgang Dürr
Dauer: 2 Stunden / 4 Kilometer
Kostenlose Führung

Biergarten Saline, Saline 5 in Jagstfeld

Sonntag,

21. Oktober 2018

um 14.00 Uhr

Leben am Fluss - Jagstfelder Geschichten

An einem Fluss entlang laufen, mit Blick auf romantische Häuser und Burgen, vorbeifahrenden Schiffen nachschauen und die Jagstfelder Geschichte kennenlernen. Bei dieser Führung erzählt Wolfgang Dürr Geschichten und Anekdoten   zur Entstehung von Jagstfeld, zur Neckarschifffahrt, Badhotel, Kindersolbad und Saline.

Gästeführer: Wolfgang Dürr
Kostenlose Führung

Jahnhalle,

Badstraße 10

Sonntag,

28. Oktober 2018

Film ab 16.00 Uhr, Besen ab 17.30 Uhr

Heimatabend -

Gezeigt wird der Film von Berthold Krauth „Spaziergang durch Jagstfeld – damals und heute“. Anschließend Besenabend mit Bewirtung von Yasmin Politschek.

Jahnhalle,

Badstraße 10

 

 

Die Geschichte von Jagesfelden

Mit der Schenkung einer Wiese in Iagesfelden an das Kloster Lorsch wird der Ortsname Jagstfeld am 27. April 768 erstmals erwähnt. Allerdings belegen mehrere Grabhügel auf der ehemaligen Ortsmarkung, dass der Platz zumindest temporär bereits sehr viel früher besiedelt war, nämlich in der Bronze- (um 2000 v. Chr.) und in der Urnenfelderzeit (um 1000 v. Chr.) Ab der provinzialrömischen Epoche ist eine kontinuierliche Besiedlung des alten Ortsmittelpunkts bis heute nachweisbar. Der Ort hat seinen Namen von der Lage an der Jagst erhalten, die westlich davon in den Neckar mündet. Die von den Römern über den Neckar gebaute Brücke verband die römische Siedlung Wimpina über einen Abzweig auf Offenauer Markung mit der durch Jagstfeld führenden Hohen Straße, die einst vom Pariser Becken nach Böhmen führte.

Außer Lorsch besaß im frühen 9. Jahrhundert auch das Kloster Fulda Güter in Jagstfeld. Zusammen mit anderem Reichsbesitz schenkte Kaiser Otto II. im Jahr 976 den Ort als Teil der Abtei Mosbach dem Bistum Worms. Von dort in der Stauferzeit wieder an das Reich gezogen, wurde Jagstfeld nunmehr der Reichsvogtei Wimpfen angegliedert. Mitte des 14. Jahrhunderts erscheint die Siedlung als verpfändetes Reichsgut in den Händen des Burkhard Sturmfeder, von dem der Mainzer Erzbischof 1362 die Pfandschaft übernimmt. 1449 von Mainz mit anderen Gütern an Hans von Sickingen verpfändet, verkauft der Bischof von Mainz Jagstfeld zusammen mit anderen Gütern nach Auslösung des Pfands 1484 an den Deutschen Orden, von wo es im Zuge der Säkularisation 1805 an Württemberg kam. Am 18. März 1806 wurde Jagstfeld dem neugeschaffenen Oberamt Neckarsulm eingegliedert.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Jagstfeld am 1. Dezember 1933 mit dem benachbarten Kochendorf zur Gemeinde Jagstfeld-Kochendorf zwangsweise vereinigt und am 16. April 1934 in Bad Friedrichshall umbenannt. Der Namensgebung lag der Name der in Jagstfeld seit 1818 betriebenen, 1820 nach ihrem Förderer König Friedrich I. von Württemberg benannten Saline Friedrichshall zugrunde. Die nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst von Jagstfelder, sodann aber auch von Kochendorfer Seite 1946/47 angestrengte Wiedererlangung der kommunalen Selbständigkeiten scheiterte schließlich am ablehnenden Beschluss des Landtages von Württemberg-Baden vom 11. November 1949.

Größter Grundherr am Ort war – nachweislich seit dem 13. Jahrhundert – das Stift Wimpfen. Ihm gehörten 1295 zehn Gebäude und Hofstellen sowie eine Mühle. Diese wurde letztmals 1371 erwähnt. Weitere Grundbesitzer waren das Hospital Wimpfen, das Dominikanerkloster Wimpfen, die Herren von Talheim bis 1456 und deren Besitznachfolger, das Karmeliterkloster zur Nessel in Heilbronn. 1604 zählte man in Jagstfeld 24 Wohnhäuser und 1785 gab es 27 Gebäude, 1812 45 Wohnhäuser und 1880 116 Wohngebäude. Um 1500 zählte die Gemeinde etwa 140 Bürger, 1641 infolge des Mordens im Dreißigjährigen Krieg nur noch etwa 100 Seelen. 1807 betrug die Einwohnerzahl 312 Köpfe und im Jahr 1900 1087 Seelen.

Die Neckarfähre, welche die um 1300 durch Eisgang zerstörte Römerbrücke ersetzte, war Wormser Lehen, an dem die Herren von Kochendorf seit 1392 ein Drittel und seit 1423 zwei Drittel innehatten. Nach deren Aussterben gelangten diese Teile an Hessen-Darmstadt. Das letzte Drittel am Fährrecht kam von den Kimming 1655 an die Herren von Gemmingen, die noch 1948 darüber verfügten. Schon vor dem Dreißigjährigen Krieg besaß die Gemeinde Jagstfeld ein Kranen- und Warenumschlagsrecht am Neckar, welches ihr die Herrschaft 1698 bestätigte. Seit 1798 ist ein Gemeindesiegel belegt, das einen Reichsapfel inmitten der Umschrift JAGSTFELDER DORFFS INNSIEGEL zeigt. Zehntherr war seit dem Mittelalter bis ins beginnende 19. Jahrhundert der Bischof von Worms.

Als Deutschordensuntertanen blieben die nach Wimpfen pfarrenden Jagstfelder auch nach der Reformation katholisch. Eine Kaplaneipfründe am Ort kann für das 14./15. Jahrhundert erschlossen werden. Die Wendelinuskirche, ursprünglich eine gotische Anlage, wurde 1752/53 erweitert, ihr Kirchenschiff 1970 abgebrochen. Seit 1752 kann eine Schule nachgewiesen werden.

Mehrheitlich betrieben die Jagstfelder Ackerbau und Weidewirtschaft. Daran änderten auch die seit 1812 vorgenommenen Bohrungen nach Sole zunächst nichts. Mit dem Erfolg der Bohrung 1815 und dem im folgenden Jahr erbohrten Steinsalzlager waren die Grundlagen für die wirtschaftliche Fortentwicklung von Jagstfeld gelegt. Ein Salzsiedewerk nahm 1818 den Betrieb auf und nach dessen Erweiterung 1854 sowie der Fertigstellung des Salzbergwerks 1859 nahm die Industrialisierung Jagstfelds einen rasanten Aufschwung. Zwar zerstörte 1895 ein Wassereinbruch das Salzbergwerk, doch die Saline arbeitete erfolgreich weiter. Sie wurde erst 1969 stillgelegt. Der aus dem Einbruch resultierende Schachtsee markiert heute oberirdisch ganz grob die Ausmaße des einst blühenden Jagstfelder Salzbergwerks. Seit 1831 erlangte der Ort auch eine gewisse Bedeutung als Solebad, dessen Wirkung durch die Gründung der Kinderheilanstalt Bethesda durch den Ludwigsburger Arzt und Pädagogen August Hermann Werner 1861 bestätigt wurde.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Jagstfeld zum Eisenbahnknotenpunkt und wurde infolge seiner Lage an der württembergisch-badischen Grenze auch Grenzbahnhof. Es begegne(te)n sich hier die Bahnstrecken Heilbronn-Jagstfeld-Osterburken (1866 bzw. 1869), Heidelberg-Meckesheim-Jagstfeld (1869), Heidelberg-Neckarelz-Jagstfeld (1879) und (bis 1993) Jagstfeld-Neuenstadt (1907)-Ohrnberg (1913). Das 1866 eingeweihte Bahnhofsgebäude lag zwischen den badischen und württembergischen Gleisanlagen (Inselbahnhof). Der nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaute Bahnhof ist heute Bad Friedrichshaller Hauptbahnhof.